Der BoilingFrog-Score verdichtet den Zustand des Marktumfelds zu einer Zahl zwischen 0 und 100. Je höher, desto angespannter die Bedingungen.
Woraus er entsteht
Vier Schichten mit fester Gewichtung, dazu drei Overlays:
- Makro, 35 Prozent — Notenbankbilanz, Zinsen, Realzins, Rolle des Dollar
- Politik, 25 Prozent — Ereignisse aus 22 Nachrichtenquellen, nach Schwere gewichtet
- Märkte, 25 Prozent — Volatilität, Kreditaufschläge, Aktienstress
- Energie, 15 Prozent — Öl, Gas, Stromübertragung
Die Gewichte sind nicht geraten, sondern kalibriert und veröffentlicht. Wer nachrechnen will, findet Formel und Schwellenwerte auf der Methodik-Seite.
Was die Zahl ausdrückt
Sie ist eine Zustandsbeschreibung, keine Prognose. Ein Score von 55 sagt: Die Bedingungen sind derzeit angespannt — er sagt nicht, dass nächste Woche etwas passiert.
Der Unterschied klingt akademisch, ist aber der wichtigste Punkt beim Lesen. Eine Prognose beantwortet die Frage „was kommt". Eine Zustandsbeschreibung beantwortet die Frage „wo stehen wir gerade". Nur die zweite lässt sich seriös aus Daten ableiten.
Warum eine einzelne Zahl
Weil vierzig Einzelwerte niemand täglich liest. Die Verdichtung kostet Information, das ist der Preis. Deshalb ist der Score nie allein zu sehen: Die Premium-Fassung zeigt, welche der vier Schichten ihn gerade treibt — und damit die Information, die bei der Verdichtung verloren geht.